Kirchenbote aus dem Neandertal


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Ich freue mich, wenn Sie bei mir einmal hereinschauen ...
Und ich freue mich auch über ein Echo!



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Kirchenbote aus dem Neandertal

Was will diese Internetzeitschrift, die jetzt bald zehn Jahre alt ist - und deshalb ein neues Aussehen erhalten hat? Sie ist vor allem eine Meinungs-Zeitschrift, in der ich - Wilhelm Drühe  - meine Meinungen und Erfahrungen äußern möchte.



Du stellst meine Füße auf weiten Raum.
Psalm 31,9



Ich habe zwei Schwerpunkte. Da sind einmal meine erheblichen Vorbehalte gegeüber jeder Form von MAINSTREAM-PROTESTANTISMUS, der in der Kirchengeschichte reichlich Unheil angerichtet hat - "Thron und Altar", fortlebend in den Landeskirchen, "Deutsche Christen", "Kirche im Sozialismus" usw. In der Nähe des Düsseltales habe ich die Erfahrung mit Joachim Neander (1650 - 1680) gemacht und bin ihm verbunden:





Dem reformierten Theologen wurde es in der Stadt Düsseldorf schwergemacht. Er hielt im Düsseltal, das später nach ihm benannt wurde Gottesdienste - bis er nach Bremen vertrieben wurde. Seine Lieder sind zum Teil im Neandertal entstanden. Mir ging es in mancher Beziehung ähnlich wie Joachim Neander...

Als ich nach der politischen Wende begann, die frühere "DDR" zu bereisen, zog es mich auch immer in die Gegend von Herrnhut, der Heimat der Brüderbewegung, der ich immer schon innerlich verbunden war - weil ich das merkte, was Martin Luther mit seiner Erneuerung der Kirche vorhatte: Es müsse um die Gemeinde gehen. Dann nahmen ihm die Fürsten das Reformvorhaben aus der Hand und aus der Gemeindereform wurde die Fürstenreform...





Es waren sicher besondere soziale Verhältnisse, als Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf (1700 - 1760) auf seinem Gut in der Gegend von Lausitz mit Asylanten aus Böhmen die Gemeine gründete - aber er hat einiges verwirklichen können, was sicher zum Wesen einer christlichen Gemeinde, auch im Sinne Martin Luthers gehört - ganz anders als in der Tradition von "Thron und Altar" der Fürstenreformation.

Auf beide und beides werde ich immer wieder eingehen. Ich will nur vorher schon sagen, woher manche Gedanken und Überlegungen bei mir kommen werden.
Zwei Bücher zur Information:
1) von Helmut Ackermann, Joachim Neander, Sein Leben, seine Lieder, sein Tal, Grupello Verlag Düsseldorf, 3. Auflage 2005.
2) von Peter Blickle, Gemeindereformation - Die Menschen des 16. Jahrhunderts auf dem Weg zum Heil, Oldenbourg Verlag München, 1987.

Den anderen Vorbehalt habe ich gegenüber der Zivilreligion (civil religion). Nach einer Definition des Lutherischen Weltbund (LWP)
geht es bei der Zivilreligion darum, dass sich ihr "Kirche und Gesellschaft, ideologische Vorstellungen und christlicher Glaube" vermengen (LWB-Studienprogramm in Deutschland vom 2. Januar 1985) - also das, was wir heute in unseren Volkskirchen erleben und erfahren können. In weiten Teilen ist der Protestantismus ein säkularisierter Katholizismus, der mit dem, was das Augsburger Bekenntnis von 1530 festgelegt hat, nur wenig zu tun hat: "Es wird auch gelehrt, dass allzeit eine heilihe, christliche Kirche sein und bleiben muss, die die Versammlung aller Gläubigen ist, bei denen das Evangelium rein gepredigt und die heiligen Sakramente laut dem Evangelium gereicht werden" (Artikel 7 Von der Kirche).

Und dann die so genannte Ökumene. Ich setze sie am liebsten in "Anführungszeichen" - sie ist für mich weitgehend Etiketten-Schwindel. Sie Kirchenleitenden auf beiden Seiten wissen es, aber wollen es in der Öffentlichkeit nicht eingestehen, was in den Konfessionen und zwischen den Konfessionen, in denen die Kirche auseinander fällt, vor sich geht...

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Mein tägliches Gebetbuch auch Maria Laach. Weshalb sollte ein evangelischer Theologe nicht den Brauch der katholischen Kirche des Brevierbetens übernehmen?